Schon gewusst?

So alt können Spinnen im Haus werden!
Ob im Keller oder im Schuppen – fast immer gibt es eine Ecke, in der diese eine Spinne hockt. Ist es immer dieselbe? Und: Wie alt werden Spinnen eigentlich?

PETBOOK-Redakteurin und Biologin Saskia Schneider hat ein Faible für kleine und große Achtbeiner und ist der Frage einmal nachgegangen.

Wie alt werden Spinnen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten – immerhin umfasst die Gruppe der Spinnen weltweit mindestens 120.000 Arten.1 Manche Radnetzspinnen sollen nur einige Monate leben, doch gibt es hierzu kaum gesicherte Informationen.

Anders sieht es auch mit der am längsten lebenden Art. Dazu zählt ohne Zweifel die australische Webspinne Gaius villosus. In Gefangenschaft erreichte die berühmte Laborspinne „Nummer 16“ das dokumentierte Alter von 43 Jahren und hat somit die bislang längste wissenschaftlich belegte Lebensspanne einer Spinne.2

Allerdings bedeutet dies nicht, dass es nicht auch Spinnen gibt, die noch älter sind. Denn viele der Tiere leben gut versteckt und es ist nur wenig über ihre Lebensweise oder ihr Alter bekannt.

Männchen leben deutlich kürzer
Was aber auf fast alle Spinnen zutrifft, ist, dass Männchen in der Regel deutlich kürzer leben. Besonders beeindruckend ist dies bei den Vogelspinnen: Während Weibchen vieler Arten 20 Jahre und mehr erreichen können, sterben Männchen in der Regel nach drei Jahren – nur selten werden sie zehn Jahre oder gar älter.

Andere Spinnen-Männer schaffen nicht mal ein Jahr und das hat mehrere Gründe.

Oft fallen Männchen vieler Arten nach oder manchmal auch während der Paarung ihren Partnerinnen zum Opfer. Die Schwarze Witwe (Latrodectus) ist sogar nach diesem Verhalten benannt worden. Aber selbst wenn die Männchen überleben, ist ihnen kein langes Alter vergönnt.

Zumindest bei Vogelspinnen ist nach der letzten Geschlechtshäutung oft Schluss. Während Weibchen sich regelmäßig weiter häuten, sterben männliche Vogelspinnen nach der Reifehäutung innerhalb von ein paar Monaten.

Aber wie sieht es bei den Spinnen, die gern ins Haus kommen, aus? Können sie auch für Jahre überleben?

Spinnen im Haus können mehrere Jahre alt werden!
Zu den Spinnen, die uns am häufigsten im Haus begegnen, gehören die Große Winkelspinne (Eratigena atrica), die mit ihrem großen, behaarten Körper schaurig aussieht, aber völlig harmlos ist und die Zitterspinne, die meist oben an der Zimmerdecke sitzt und an ihren langen haardünnen Beinen zu erkennen ist.

Beide können mehrere Jahre im Haus überdauern: Zitterspinnen bis zu drei und Winkelspinnen sogar bis zu sechs Jahre.

Manchmal findet man auch Wolfsspinnen (Lycosidae) im Haus oder Schuppen. Sie sehen der großen Winkelspinne ähnlich, besitzen aber keine Netze, sondern machen zu Fuß Jagd auf ihre Beute.

Dabei können sie sehr schnell sein und gehören nicht gerade zu den beliebten Hausbewohnern, obwohl auch sie vollkommen harmlos sind. Im Schnitt werden Wolfsspinnen zwei Jahre alt.

Wie lange leben Spinnen als Haustiere?
Wie oben bereits erwähnt und zur Freude vieler Terrarianer sind Vogelspinnen wahre Methusalems unter den Achtbeinern. Viele Arten erreichen 20 Jahre in Gefangenschaft, einige wenige sogar 25 bis 30 Jahre. Wer sich ein Exemplar als Haustier holt, sollte sich daher der langen Verantwortung bewusst sein. 9

Ebenfalls als Haustier immer beliebter sind Springspinnen.
Durch die nach vorn gerichteten Augen, die knubbeligen Beine und schönen Färbungen sehen sie nicht nur putzig aus. Sie erkunden auch gern die Hand ihrer Besitzer und sind hinsichtlich Unterkunft und Nahrung ziemlich kostengünstig.

In den sozialen Medien schon lange ein Star, haben die kleinen Achtbeiner leider einen Nachteil: Sie leben in der Regel nur wenige Jahre – ähnlich wie ein Hamster. 10

Fazit: Die meisten Spinnen können mehrere Jahre alt werden

Auch wenn es unmöglich ist, eine pauschale Altersangabe zu machen, kann man sagen, dass viele Spinnenarten mehr als ein Jahr leben.

Vor allem große Arten werden alt.
Wer also eine Spinne im Haus, im Keller oder im Schuppen in der Ecke sitzen sieht, kann sich sicher sein, dass diese auch nächstes Jahr noch dort sitzt.

Wer die Achtbeiner allerdings nicht als Mitbewohner schätzt, dem verraten die Kollegen von myHOMEBOOK, wie man sie tiergerecht wieder loswird.

 

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