Reste der Rundtürme

Erhalten sind von der Befestigung die folgenden Reste. Östlich von dem Obertor ein Rundturm, oben mit vollständig erhaltenem Spitzbogenfries geschmückt, fünfstöckig. Westlich vom Obertor der frühere Windmühlenturm, in der Promenade gelegen, jetzt als Wasserreservoir dienend.

Das Mauerwerk bilden hier Basaltquadern in horizontaler Lagerung mit dazwischen gelegten Tuffsteinschichten, der 1,7o m hohe Sockel schließt mit einem schlichten romanischen Gesims (Platte mit Schmiege) aus Trachyt ab, über diesem noch 15 Lager von Basalt. Der Aufsatz (wohl aus dem Ende des 15. Jh.), in Backstein ausgeführt, ist noch fünf Stockwerke hoch, die beiden unteren zeigen einfache Schiesscharten, die beiden oberen rechtwinkelige Fenster mit Hausteinpfosten. Zur Seite sind kurze Maueransätze in der Höhe von 8 m erhalten, aus Basalt und Tuff bestehend.

Weiter nach Westen ist in der Promenade ein vollständiger Halbturm erhalten, der die alte Anlage vortrefflich vorführt.
Der Turm selbst besteht wie der ebengenannte zur unteren Hälfte aus Basalt und Tuff, zur oberen Hälfte aus Backstein, oben war ursprünglich ein Rundbogenfries vorgekragt, von dem nur die Kragsteine erhalten sind. Direkt neben dem Halbturm führt in der Mauerstärke eine schmale Treppe zu dem Turm hinauf, ehemals auch nach der Stadtseite durch eine Mauer geschützt, wie noch jetzt in Zons und Oberwesel. Der Halbturm öffnet sich nach beiden Seiten nach dem Wehrgang zu in langen und schmalen Rundbögen.

Der Halbturm (bis auf den Ende des 15. Jh. erbauten Aufsatz), die Pfeiler und die Bögen darüber gehören unzweifelhaft der Anlage Konrads von Hochstaden an sie stimmen mit den übrigen Resten und mit dem im 13. Jh. üblichen System ganz überein. die nur 62 cm starke eigentliche Aussenmauer bestand an dieser Stelle offenbar aber schon vorher, die Pfeiler und der Turm sind nicht in sie eingebunden, sie zeigt innen und außen Tuffverblendung in der gewöhnlichen Tuffziegelgrösse, dazwischen ein Gussmauerfüllwerk mit einzelnen Brocken von römischen Ziegeln. C. KOENEN erblickt in ihr Reste der Ummauerung des Kaisers Julian.



Weitere Mauer- und Turmreste sind dann in der Nähe der Post, im Keller der evangelischen Schule erhalten. Am Ausgang der Hammtorstrasse steht noch ein Stück der Stadtmauer in der Höhe von 7 m und der Breite von 1,65 m. Auf dem Hammtorwal! im Garten des Herrn Hubert Hoffmann sind noch zwei ganze und ein halber der alten Bögen erhalten, die Blendbögen 7 m hoch, der Aufsatz darüber ist modern. Nach der Erft zu ist die Mauer hier noch in der Höhe von 5 m erhalten, das Material ist Basalt mit Backsteinzwischenmauerung Nach dem Graben zu treten hier Strebepfeiler vor, außerdem kleine viereckige Bastinnen. Neben dem ehemaligen Hammtor eine alte Bresche, wohl Ende des 15. Jh. in Backstein geflickt. Die äußere Mauer, die auf dieser Seite der Stadt bis zum Rheintor im Norden parallel mit der inneren Mauer lief, war 18,80 m von dieser entfernt.

Die innere Mauer ist auf der ganzen Nordseite zum großen Teil noch erhalten, zwischen Niedertor und Rheintor in der Höhe von 5 m. Alte Basaltstrebepfeiler und spätere Backsteinstrebepfeiler sind nach dem Graben zu davorgesetzt. Westlich vom Niedertor ist noch ein Rundturm erhalten. Die Grundmauern des inneren Niedertores wurden i895 bei den Kanalerweiterungsarbeiten am Eingang von der Niederstrasse zur Erftstrasse aufgedeckt.


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